Archiv für Regenerative Energie

Pumpspeicherkraftwerk – was ist das?

Strom und andere Energien benötigen wir alle, aber die Herstellung oder Gewinnung von Energie ist ein Themenkomplex, der ständig neu diskutiert wird. Es wird immer wichtiger Energien aller Art auf unterschiedliche Weise zu gewinnen – der so genannte Energie-Mix -, damit Abhängigkeiten von wenigen Energieformen vermieden werden und die regenerativen Energien weiter an Bedeutung zunehmen.
Das Pumpspeicherkraftwerk spielt hierbei durchaus eine Rolle. Es besteht aus zwei Wasserreservoirs in unterschiedlichen Höhen. Ein Reservoir – entweder ein natürlicher See oder ein künstlich angelegtes Becken – liegt dabei wesentlich höher als das zweite. Beide sind durch große Wasserleitungen verbunden, in denen sich Turbinen zur Stromerzeugung befinden. In Zeiten niedriger Strompreise und geringen Stromverbrauchs wird mit elektrischen Pumpen Wasser in das obere Becken gepumpt. Dieses Wasser dient nun dazu in Spitzenzeiten, wenn also viel Strom benötigt wird, Elektrizität zu erzeugen, indem es durch die Leitungen in das untere Reservoir fließt. Hierbei strömt es durch die Turbinen und es wird Strom erzeugt.

Der Aufwand für diese Art der Stromgewinnung ist relativ gering und die Energie kann sehr schnell und bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden. Ist der hohe Strombedarf vorbei, wird das Wasser sofort wieder gestoppt. Aus diesem Grund dienen Pumpspeicherkraftwerke in den meisten Fällen nicht einer kontinuierlichen Grundversorgung mit Energie, sondern sie fangen Spitzenzeiten ab. Im Gegensatz etwa zu Kernkraftwerken, denen ein ständiger Wechsel der Ausgangsleistung schadet – sie sollten stets mit derselben Leistung gefahren werden – ist ein Pumpspeicherkraftwerk auf häufig wechselnde Leistungen eingestellt.
Der Bau dieser Kraftwerke ist mit einem hohen energetischen und baulichen Einsatz verbunden, es sei denn, natürliche Wasservorkommen in unterschiedlichen Höhen können genutzt werden. Deshalb findet man sie häufig in gebirgigen Regionen. Österreich und die Schweiz nutzen Pumpspeicherkraftwerke in größerem Umfang und auch in Skandinavien nimmt ihre Zahl zu.
Der ökologische Wert der Kraftwerke hängt davon ab, mit welcher Art Strom das Wasser ins höhere Reservoir gepumpt wird, denn diese Energie muss zunächst aus einem anderen Kraftwerk kommen. Bei Kernkraftwerken oder bei fossilen Brennstoffen steht immer die Frage nach den Umweltaspekten im Raum. Dennoch sind Pumpspeicherkraftwerke als “Auffangkraftwerke” für Spitzenzeiten eine Methode, die mit relativ wenig Aufwand auskommt.

Energiekehrtwende zum Greifen nah!

Längst ist es schon kein Geheimnis mehr, das Reservoir an fossilen Energiequellen wie Kohle, Erdöl oder Erdgas ist endlich. Wie gefährlich und vom Menschen nicht beherrschbar Energie aus Atomkraftwerken sein kann, haben auf erschreckende und traurige Art und Weise die jüngsten Ereignisse in Fukoshima gezeigt. Die Zeit des Umdenkens in Sachen Energie ist da und sie hat schon längst begonnen. Es scheint auch allerhöchste Zeit, denn der weltweite Bedarf an Energie steigt stetig an und wäre nur noch für einen begrenzten Zeitraum über fossile Energiequellen zu decken.

Die Energiequellen der Zukunft, darüber besteht mittlerweile kaum ein Zweifel, heißen Sonne, Wasser, Wind oder auch Erdwärme. Eine weitere, als „energetisches Potenzial“ bezeichnete erneuerbare Energiequelle, ist die aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnene Biomasse.Lange Zeit wurden die Ideen für alternative Energiequellen mehr als nur belächelt. Jemand, der sich gegen Atomkraft aussprach, galt als unverbesserlicher Pessimist. Wer gar von Energie aus Windkraft sprach, machte sich oft zum Gespött seines Umfeldes. Heute hat sich diese Denkweise zum Teil dramatisch verändert. Insbesondere die Angst vor der Atomkraft hat sich seit den Ereignissen in Japan massiv verschärft und dazu geführt, dass immer mehr Menschen sich Gedanken machen um erneuerbare Energien. Angeheizt wird diese Entwicklung durch die zurzeit sehr hohen Energiekosten für Öl, Kohle und Erdgas. In den letzten Jahren hat sich beispielsweise die Anzahl der Hausdächer, die mit Solarzellen ausgestattet sind um ein vielfaches gesteigert. Windkraftanlagen schossen in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden.Die Geschichte der regenerativen Energien zeigt, dass das Interesse an ihr in vielen Fällen parallel mit dem Ölpreis fällt. Liegt der Ölpreis wie beispielsweise in den achtziger Jahren am Boden, so tendiert oft auch die Nachfrage nach erneuerbaren Energien gen null.

Es sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass die Kehrtwende der deutschen Bundesregierung bei der Energiepolitik eine sehr wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der regenerativen Energiequellen in der Welt sein kann. Viele Nationen nämlich, die diese Kehrtwende noch nicht vollziehen, werden den Prozess in Deutschland beobachten und bei positiver Entwicklung dieser Umorientierung möglicherweise nachziehen.
Vielleicht werden die Geschichtsbücher irgendwann einmal rückblickend feststellen, dass die Katastrophe von Fukoshima letztlich der Auslöser für eine weltweite und heilbringende Wende in der Frage der Energieerzeugung geworden ist, eigentlich ein schöner Gedanke.

Photovoltaik – von der Spinnerei zur Alternative

Vor zwanzig Jahren noch wurde jedes Photovoltaikmodul staunend betrachtet. Die allermeisten Menschen hatten noch nie etwas von diesem glänzenden Ding gehört, dass einfach nur herumlag und die Strahlen der Sonne in elektrischen Strom verwandelte. Nur was für Ökospinner, dachten die meisten Menschen. Die Zukunft der Energiegewinnung, dachten ein paar andere. Wie meist liegt die Wirklichkeit irgendwo dazwischen. Auf jeden Fall war die Kraft der Sonne mit dieser Methode nur unter immensen Kosten einzufangen. Das erste ernsthafte Projekt war das 1000-Dächer-Programm aus dem Jahr 1990. Dieses lief zwei Jahre später aus und hinterließ eine Förderlücke, die erst 1999 geschlossen werden sollte. Viel verschenkte Zeit. Der nächste Schritt war das 100.000-Dächer-Programm, das auf eine installierte Leistung von 300 MW abzielte. Als dieser Wert erreicht wurde, passte die Regierung das Erneuerbare Energien Gesetz an.

Das EEG ist weltweit Vorbild für Energiegesetze. In Deutschland hat es den Ausbau regenerativer Energien immens voran gebracht. Während der Strompreis stetig steigt, haben sich die Förderhöhen der Photovoltaik seit Bestehen des angepassten Gesetzes 2004 halbiert. Voraussichtlich 2013 wird die Vergütung von Strom aus eigenen Photovoltaikanlagen geringer sein als der Strompreis für Privatkunden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Photovoltaik billiger geworden ist als die Steckdose.

Das gesamte EEG schafft heute etwa 350.000 Arbeitsplätze. Insbesondere lokale Handwerker profitieren dabei von der Installation und Wartung von Photovoltaikanlagen. Doch es ist nicht alles Sonnenschein. Insbesondere chinesische Hersteller von Solaranlagen machen den deutschen Produzenten starke Konkurrenz. Die deutschen Hersteller haben daher in der letzten Zeit oft Verluste eingefahren und begonnen, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern.Auf jeden Fall hat die Förderung des EEG zu einem großen Ausbau sowohl der Dachanlagen als auch der Freiflächenanlagen geführt. Etwa zwei Prozent des Stromes werden derzeit durch Photovoltaik erzeugt. Wie weit diese Zahl gesteigert werden kann, hängt von vielen Faktoren wie der Integration in die Bausubstanz und die weitere Verbesserung der Effizienz und des Preises insbesondere der biegsamen Dünnschichtmodule ab. Aber auch die organische Photovoltaik hat großes Potential. Die Beimengung in Farben könnte komplett neue Anwendungen eröffnen. Vor allem in Afrika könnte billige Photovoltaik die bedeutendste Energiequelle abseits der Bevölkerungszentren und der Energienetze werden.

Energiewandel – zurück in die Vergangenheit

Seit ihrem Bestehen war die Menschheit hungrig auf Energie. Zuerst wurde dieser Energiebedarf durch den Menschen selbst gedeckt, zum Beispiel in Tritträdern, in die wir heute nur noch unsere Hamster stecken. Als menschliche Sklaven zu teuer wurden, wurden große Tiere zum Energielieferanten. Später stiegen die Menschen teilweise um auf Wasserkraft und Wind. Doch die große Revolution der Energie brach erst vor etwa 200 Jahren an. Dampfmaschinen nutzen zum ersten Mal in großem Maßstab gespeicherte Energie und konnten auf vergleichsweise geringem Raum eine große Kraft entfalten. Die zweite Revolution der Energie brach an, als Elektrizität und Benzin große Energiemengen immer und überall zur Verfügung stellten.

Doch das Zeitalter des verschwenderischen Umganges mit Öl währte gerade ein einziges Jahrhundert. Öl wird nie mehr billiger werden, ganz im Gegenteil. Kohle und Gas sind im Angesicht des Klimawandels keine Alternative. Woher also kommt in Zukunft die Energie für den rasant wachsenden Bedarf?Kurioserweise könnte man sagen, das Motto der Zukunft lautet „zurück in die Vergangenheit“. Zurück zu Sonne, Wasser und Wind, aber auch zurück zum Tier und zu den Pflanzen.
Wasserkraft wird einen wichtigen Beitrag leisten, aber Flüsse und Seen allein werden nicht ausreichen. Auch mit Gezeiten- und Wellenkraftwerken kann nur ein kleiner Teil der benötigten Energie erzeugt werden. Gleiches gilt für den Wind. Eine Erzeugung nur durch Wind würde fast die gesamte Erdoberfläche mit Windrädern bedecken. Biogas kann auch nur einen kleinen Teil decken und Geothermie ebenso. Und all dies kann keinen flüssigen, energetisch hochkonzentrierten Energieträger wie Benzin erschaffen.
Sicher ist nur: Die Energieerzeugung wird sich deutlich diversifizieren, an die Stelle von zwei oder drei großen Quellen müssen ein Dutzend kleine treten. Energierückgewinnung im Gebäudebau, Solarzellen an Außenwänden und klimaangepasste Bauweise werden den Bedarf senken. Gleiches gilt für effektivere Motoren und eine weniger mobilitätszentrierte Lebensweise. Stromerzeugung durch Piezoelemente in Straßen und Fußböden, so dass jeder Schritt einen winzigen Stromfluss erzeugt? Das ist schon in der Probephase. Kleinwasserkraftwerke, die 20 Jahre lang keine Wartung brauchen? Auch hier gibt es Prototypen. Aber was auch immer kommt, es wird unser aller Leben verändern – und nicht billig sein. Für einen billigen Wandel haben wir nämlich ein Vierteljahrhundert zu spät angefangen.