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Energiewandel – zurück in die Vergangenheit

Seit ihrem Bestehen war die Menschheit hungrig auf Energie. Zuerst wurde dieser Energiebedarf durch den Menschen selbst gedeckt, zum Beispiel in Tritträdern, in die wir heute nur noch unsere Hamster stecken. Als menschliche Sklaven zu teuer wurden, wurden große Tiere zum Energielieferanten. Später stiegen die Menschen teilweise um auf Wasserkraft und Wind. Doch die große Revolution der Energie brach erst vor etwa 200 Jahren an. Dampfmaschinen nutzen zum ersten Mal in großem Maßstab gespeicherte Energie und konnten auf vergleichsweise geringem Raum eine große Kraft entfalten. Die zweite Revolution der Energie brach an, als Elektrizität und Benzin große Energiemengen immer und überall zur Verfügung stellten.

Doch das Zeitalter des verschwenderischen Umganges mit Öl währte gerade ein einziges Jahrhundert. Öl wird nie mehr billiger werden, ganz im Gegenteil. Kohle und Gas sind im Angesicht des Klimawandels keine Alternative. Woher also kommt in Zukunft die Energie für den rasant wachsenden Bedarf?Kurioserweise könnte man sagen, das Motto der Zukunft lautet „zurück in die Vergangenheit“. Zurück zu Sonne, Wasser und Wind, aber auch zurück zum Tier und zu den Pflanzen.
Wasserkraft wird einen wichtigen Beitrag leisten, aber Flüsse und Seen allein werden nicht ausreichen. Auch mit Gezeiten- und Wellenkraftwerken kann nur ein kleiner Teil der benötigten Energie erzeugt werden. Gleiches gilt für den Wind. Eine Erzeugung nur durch Wind würde fast die gesamte Erdoberfläche mit Windrädern bedecken. Biogas kann auch nur einen kleinen Teil decken und Geothermie ebenso. Und all dies kann keinen flüssigen, energetisch hochkonzentrierten Energieträger wie Benzin erschaffen.
Sicher ist nur: Die Energieerzeugung wird sich deutlich diversifizieren, an die Stelle von zwei oder drei großen Quellen müssen ein Dutzend kleine treten. Energierückgewinnung im Gebäudebau, Solarzellen an Außenwänden und klimaangepasste Bauweise werden den Bedarf senken. Gleiches gilt für effektivere Motoren und eine weniger mobilitätszentrierte Lebensweise. Stromerzeugung durch Piezoelemente in Straßen und Fußböden, so dass jeder Schritt einen winzigen Stromfluss erzeugt? Das ist schon in der Probephase. Kleinwasserkraftwerke, die 20 Jahre lang keine Wartung brauchen? Auch hier gibt es Prototypen. Aber was auch immer kommt, es wird unser aller Leben verändern – und nicht billig sein. Für einen billigen Wandel haben wir nämlich ein Vierteljahrhundert zu spät angefangen.