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Photovoltaik – von der Spinnerei zur Alternative

Vor zwanzig Jahren noch wurde jedes Photovoltaikmodul staunend betrachtet. Die allermeisten Menschen hatten noch nie etwas von diesem glänzenden Ding gehört, dass einfach nur herumlag und die Strahlen der Sonne in elektrischen Strom verwandelte. Nur was für Ökospinner, dachten die meisten Menschen. Die Zukunft der Energiegewinnung, dachten ein paar andere. Wie meist liegt die Wirklichkeit irgendwo dazwischen. Auf jeden Fall war die Kraft der Sonne mit dieser Methode nur unter immensen Kosten einzufangen. Das erste ernsthafte Projekt war das 1000-Dächer-Programm aus dem Jahr 1990. Dieses lief zwei Jahre später aus und hinterließ eine Förderlücke, die erst 1999 geschlossen werden sollte. Viel verschenkte Zeit. Der nächste Schritt war das 100.000-Dächer-Programm, das auf eine installierte Leistung von 300 MW abzielte. Als dieser Wert erreicht wurde, passte die Regierung das Erneuerbare Energien Gesetz an.

Das EEG ist weltweit Vorbild für Energiegesetze. In Deutschland hat es den Ausbau regenerativer Energien immens voran gebracht. Während der Strompreis stetig steigt, haben sich die Förderhöhen der Photovoltaik seit Bestehen des angepassten Gesetzes 2004 halbiert. Voraussichtlich 2013 wird die Vergütung von Strom aus eigenen Photovoltaikanlagen geringer sein als der Strompreis für Privatkunden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Photovoltaik billiger geworden ist als die Steckdose.

Das gesamte EEG schafft heute etwa 350.000 Arbeitsplätze. Insbesondere lokale Handwerker profitieren dabei von der Installation und Wartung von Photovoltaikanlagen. Doch es ist nicht alles Sonnenschein. Insbesondere chinesische Hersteller von Solaranlagen machen den deutschen Produzenten starke Konkurrenz. Die deutschen Hersteller haben daher in der letzten Zeit oft Verluste eingefahren und begonnen, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern.Auf jeden Fall hat die Förderung des EEG zu einem großen Ausbau sowohl der Dachanlagen als auch der Freiflächenanlagen geführt. Etwa zwei Prozent des Stromes werden derzeit durch Photovoltaik erzeugt. Wie weit diese Zahl gesteigert werden kann, hängt von vielen Faktoren wie der Integration in die Bausubstanz und die weitere Verbesserung der Effizienz und des Preises insbesondere der biegsamen Dünnschichtmodule ab. Aber auch die organische Photovoltaik hat großes Potential. Die Beimengung in Farben könnte komplett neue Anwendungen eröffnen. Vor allem in Afrika könnte billige Photovoltaik die bedeutendste Energiequelle abseits der Bevölkerungszentren und der Energienetze werden.