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Energiekehrtwende zum Greifen nah!

Längst ist es schon kein Geheimnis mehr, das Reservoir an fossilen Energiequellen wie Kohle, Erdöl oder Erdgas ist endlich. Wie gefährlich und vom Menschen nicht beherrschbar Energie aus Atomkraftwerken sein kann, haben auf erschreckende und traurige Art und Weise die jüngsten Ereignisse in Fukoshima gezeigt. Die Zeit des Umdenkens in Sachen Energie ist da und sie hat schon längst begonnen. Es scheint auch allerhöchste Zeit, denn der weltweite Bedarf an Energie steigt stetig an und wäre nur noch für einen begrenzten Zeitraum über fossile Energiequellen zu decken.

Die Energiequellen der Zukunft, darüber besteht mittlerweile kaum ein Zweifel, heißen Sonne, Wasser, Wind oder auch Erdwärme. Eine weitere, als „energetisches Potenzial“ bezeichnete erneuerbare Energiequelle, ist die aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnene Biomasse.Lange Zeit wurden die Ideen für alternative Energiequellen mehr als nur belächelt. Jemand, der sich gegen Atomkraft aussprach, galt als unverbesserlicher Pessimist. Wer gar von Energie aus Windkraft sprach, machte sich oft zum Gespött seines Umfeldes. Heute hat sich diese Denkweise zum Teil dramatisch verändert. Insbesondere die Angst vor der Atomkraft hat sich seit den Ereignissen in Japan massiv verschärft und dazu geführt, dass immer mehr Menschen sich Gedanken machen um erneuerbare Energien. Angeheizt wird diese Entwicklung durch die zurzeit sehr hohen Energiekosten für Öl, Kohle und Erdgas. In den letzten Jahren hat sich beispielsweise die Anzahl der Hausdächer, die mit Solarzellen ausgestattet sind um ein vielfaches gesteigert. Windkraftanlagen schossen in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden.Die Geschichte der regenerativen Energien zeigt, dass das Interesse an ihr in vielen Fällen parallel mit dem Ölpreis fällt. Liegt der Ölpreis wie beispielsweise in den achtziger Jahren am Boden, so tendiert oft auch die Nachfrage nach erneuerbaren Energien gen null.

Es sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass die Kehrtwende der deutschen Bundesregierung bei der Energiepolitik eine sehr wichtige Rolle für die Weiterentwicklung der regenerativen Energiequellen in der Welt sein kann. Viele Nationen nämlich, die diese Kehrtwende noch nicht vollziehen, werden den Prozess in Deutschland beobachten und bei positiver Entwicklung dieser Umorientierung möglicherweise nachziehen.
Vielleicht werden die Geschichtsbücher irgendwann einmal rückblickend feststellen, dass die Katastrophe von Fukoshima letztlich der Auslöser für eine weltweite und heilbringende Wende in der Frage der Energieerzeugung geworden ist, eigentlich ein schöner Gedanke.

Energiewandel – zurück in die Vergangenheit

Seit ihrem Bestehen war die Menschheit hungrig auf Energie. Zuerst wurde dieser Energiebedarf durch den Menschen selbst gedeckt, zum Beispiel in Tritträdern, in die wir heute nur noch unsere Hamster stecken. Als menschliche Sklaven zu teuer wurden, wurden große Tiere zum Energielieferanten. Später stiegen die Menschen teilweise um auf Wasserkraft und Wind. Doch die große Revolution der Energie brach erst vor etwa 200 Jahren an. Dampfmaschinen nutzen zum ersten Mal in großem Maßstab gespeicherte Energie und konnten auf vergleichsweise geringem Raum eine große Kraft entfalten. Die zweite Revolution der Energie brach an, als Elektrizität und Benzin große Energiemengen immer und überall zur Verfügung stellten.

Doch das Zeitalter des verschwenderischen Umganges mit Öl währte gerade ein einziges Jahrhundert. Öl wird nie mehr billiger werden, ganz im Gegenteil. Kohle und Gas sind im Angesicht des Klimawandels keine Alternative. Woher also kommt in Zukunft die Energie für den rasant wachsenden Bedarf?Kurioserweise könnte man sagen, das Motto der Zukunft lautet „zurück in die Vergangenheit“. Zurück zu Sonne, Wasser und Wind, aber auch zurück zum Tier und zu den Pflanzen.
Wasserkraft wird einen wichtigen Beitrag leisten, aber Flüsse und Seen allein werden nicht ausreichen. Auch mit Gezeiten- und Wellenkraftwerken kann nur ein kleiner Teil der benötigten Energie erzeugt werden. Gleiches gilt für den Wind. Eine Erzeugung nur durch Wind würde fast die gesamte Erdoberfläche mit Windrädern bedecken. Biogas kann auch nur einen kleinen Teil decken und Geothermie ebenso. Und all dies kann keinen flüssigen, energetisch hochkonzentrierten Energieträger wie Benzin erschaffen.
Sicher ist nur: Die Energieerzeugung wird sich deutlich diversifizieren, an die Stelle von zwei oder drei großen Quellen müssen ein Dutzend kleine treten. Energierückgewinnung im Gebäudebau, Solarzellen an Außenwänden und klimaangepasste Bauweise werden den Bedarf senken. Gleiches gilt für effektivere Motoren und eine weniger mobilitätszentrierte Lebensweise. Stromerzeugung durch Piezoelemente in Straßen und Fußböden, so dass jeder Schritt einen winzigen Stromfluss erzeugt? Das ist schon in der Probephase. Kleinwasserkraftwerke, die 20 Jahre lang keine Wartung brauchen? Auch hier gibt es Prototypen. Aber was auch immer kommt, es wird unser aller Leben verändern – und nicht billig sein. Für einen billigen Wandel haben wir nämlich ein Vierteljahrhundert zu spät angefangen.